Der letzte Tag bei dieser spektakulären Weltmeisterschaft im Karpfenangeln war angebrochen und langsam aber doch erreichten sämtliche Wettkämpfer ihre menschlichen Grenzen, an welche sie durch die extreme Hitze, die schlaflosen Nächte und die anstrengenden und unentwegten Futterperioden getrieben wurden. In der heutigen Nacht wurde der Wettkampf für drei Stunden unterbrochen, weil durch einen gewaltigen Sandsturm die Verletzungsgefahr für die Angler zu groß war.
Von den Platzierung her konnte unser Carp Team Austria einige Punkte gut machen, jedoch trat am letzten Morgen das ein was wir alle befürchtet hatten. Keiner von uns konnte dieses Problem im Vorfeld abschätzen. Uns gingen allmählich die Partikeln und Feeding Balls aus, welche für konstant anhaltende Fischaktivität auf unserem Futterplatz umungänglich waren. So mussten wir in den letzten Stunden dieser Weltmeisterschaft leider mitansehen wie die kaptialen Karpfen immer mehr von unseren Plätzen wichen und wir nur mehr untermassige Fische landen konnten ... Dieses Faktum zeichnete sich bis zum Ende der Meisterschaft ab und so musste unser Team einen nicht gerade nennenswerten zehnten Platz in der finalen Gesamtwertung verzeichnen.
In den frühen Morgenstunden konnte man noch die Ausläufe des nächtlichen Sandsturmes erkennen.
Dieser Wettkampf brachte auch Peter und mich an unsere Grenzen ....
.... und obwohl wir weiterhin um jeden kapitalen Karpfen kämpften, warteten wir insgeheim nur mehr auf den ersehnten Schlusspfiff mit dem diese einem Matyrium ähnliche Weltmeisterschaft enden würde.
Bilder wie diese waren bei dieser Meisterschaft keine Seltenheit ...
und so kam es oft dazu, dass wir bis zu drei Fische in einem Karpfensack packen mussten, da die eingesetzten Wiegeteams mit den zahlreichen Fängen aller Nationen gar nicht mehr nachkamen.
In regelmäßigen Abständen wurden die Zwischengewichter der einzelnen Teams auf einer Tabelle hinter jeder Box eingetragen, damit diese für jedermann ersichtlich waren.
Auch bei unserem Teamkameraden zeichnete sich allmählich die körperliche Ermüdung ab, ...
... jedoch hielten auch sie bis zum Ende durch und holten Ihr Bestes aus den gegebenen Umständen heraus.
Bei den unzähligen Doppel- und Dreifachruns kamen wir oft gar nicht mit dem Keschern nach und ...
... somit packten wir teilweise die Fische nur mehr mit unseren bloßen Händen und brachten sie direkt zur Abwaage.
Karpfen wie dieser fielen für unser Team am letzten Tag immer rarer aus, da uns allmählich das nötige Futter ausging um die kapitalen Fische aktiv am Platz zu halten.
Hehe ;-D ... hier die Lüftung unseres Geheimnisses zur "Bazuka Baiting - Methode" und wer sich darunter nichts vorstellen kann ... lasst euch in der kommenden Saison überraschen, denn Peter und ich werden versuchen dieses System auf unsere europäischen Gewässer umzulegen.
Der Schlusspfiff war gefallen und somit endete die 10. Karpfenweltmeisterschaft in Südafrika. Meine Wenigkeit gab gegenüber der englischen Presse noch einige Feedbacks zu diesem Wettkampf und danach hieß es für uns das ganze Equipment wieder für den Heimflug zu packen.
Bei der Rückfahrt zum Hotel hatten wir noch einen Platten, was ich jedoch gar nicht mehr mitbekam da ich bereits durch die anstrengenden Stunden der Meisterschaft im Land der Träume war.
Abends folgte dann das Abschlussbankett mit der anschließenden Siegerehrung.
So wie schon bei der Eröffnung war das Abendprogramm mit unzähligen Ansprachen und Showeinlagen geprägt, jedoch bekamen das die meisten aktiven Wettkampfangler gar nicht mehr mit da diesen nur mehr der Schlaf ins Gesicht geschrieben stand.
Das Endresultat bei dieser Weltmeisterschaft im Karpfenangeln stand ganz und gar unter der Flagge Südafrikas. Sie belegten den ersten, zweiten und dritten Platz in der Einzelwertung und konnten auch den ersten Platz in der Teamwertung für sich verzeichnen. Der zweite Platz ging hierbei an England und der Dritte an Namibia.
Finale Wertungen der einzelnen Sektoren 26.10.2008
Sektor A:
|
Platz
|
Nation / Teilnehmer
|
Gewicht (kg)
|
Rang
|
|
1
|
Portugal
|
576.99
|
3
|
|
2
|
England
|
540.25
|
4
|
|
3
|
Bulgarien
|
248.26
|
11
|
|
4
|
Rumänien
|
187.21
|
14
|
|
5
|
Ukraine
|
231.11
|
12
|
|
6
|
Südafrika
|
1,449.60
|
1
|
|
7
|
Bosnien & Herzegovina
|
329.66
|
8
|
|
8
|
Mazedonien
|
190.95
|
13
|
|
9
|
Kroatien
|
318.47
|
9
|
|
10
|
Frankreich
|
179.61
|
15
|
|
11
|
Italien
|
306.23
|
10
|
|
12
|
Russland
|
360.56
|
7
|
|
13
|
Serbien
|
511.91
|
5
|
|
14
|
Namibia
|
645.64
|
2
|
|
15
|
Austria
|
386.90
|
6
|
Sektor B:
|
Platz
|
Nation / Teilnehmer
|
Gewicht (kg)
|
Rang
|
|
1
|
Russland
|
399.33
|
8
|
|
2
|
Südafrika
|
1,044.91
|
1
|
|
3
|
Mazedonien
|
168.03
|
13
|
|
4
|
Namibia
|
565.99
|
4
|
|
5
|
Frankreich
|
146.95
|
14
|
|
6
|
England
|
794.64
|
2
|
|
7
|
Italien
|
524.79
|
5
|
|
8
|
Serbien
|
381.35
|
11
|
|
9
|
Rumänien
|
436.09
|
7
|
|
10
|
Austria
|
392.02
|
10
|
|
11
|
Portugal
|
437.20
|
6
|
|
12
|
Bosnien & Herzegovina
|
621.29
|
3
|
|
13
|
Kroatien
|
393.05
|
9
|
|
14
|
Bulgarien
|
215.14
|
12
|
|
15
|
Ukraine
|
138.54
|
15
|
Sektor C:
|
Platz
|
Nation / Teilnehmer
|
Gewicht (kg)
|
Rang
|
|
1
|
Italien
|
253.88
|
10
|
|
2
|
Serbien
|
471.96
|
4
|
|
3
|
Bosnien & Herzegovina
|
276.24
|
9
|
|
4
|
Austria
|
198.09
|
11
|
|
5
|
Kroatien
|
543.68
|
3
|
|
6
|
Portugal
|
418.25
|
6
|
|
7
|
Russland
|
165.64
|
13
|
|
8
|
Bulgarien
|
183.23
|
12
|
|
9
|
Ukraine
|
381.51
|
8
|
|
10
|
Namibia
|
387.73
|
7
|
|
11
|
Südafrika
|
923.74
|
1
|
|
12
|
England
|
646.41
|
2
|
|
13
|
Mazedonien
|
149.69
|
15
|
|
14
|
Rumänien
|
439.05
|
5
|
|
15
|
Frankreich
|
163.56
|
14
|
Finale Gesamtwertung vom 26.10.2008 :
|
Nation
|
Punkte
|
Gewicht (kg)
|
Rang
|
|
Südafrika
|
3
|
3,418.25
|
1
|
|
England
|
8
|
1,981.30
|
2
|
|
Namibia
|
13
|
1,599.36
|
3
|
|
Portugal
|
15
|
1,432.44
|
4
|
|
Serbien
|
20
|
1,365.22
|
5
|
|
Bosnien & Herzegovina
|
20
|
1,227.19
|
6
|
|
Kroatien
|
21
|
1,255.20
|
7
|
|
Italien
|
25
|
1,084.90
|
8
|
|
Rumänien
|
26
|
1,062.35
|
9
|
|
Austria
|
27
|
977.01
|
10
|
|
Russland
|
28
|
925.53
|
11
|
|
Ukraine
|
35
|
751.16
|
12
|
|
Bulgarien
|
35
|
646.63
|
13
|
|
Mazedonien
|
41
|
508.67
|
14
|
|
Frankreich
|
43
|
490.12
|
15
|
Um ein kurzes Resümee von dieser Weltmeisterschaft zu ziehen, würde ich sagen, dass diese Veranstaltung wirklich einmalig war und mir und meinem ganzen Team sicher in Erinnerung bleiben wird. Von der angeltechnischen Seite aus gesehen war es für uns, so wie auch für alle anderen europäischen Nationen sehr schwer sich ein Bild von den Wettkampfbedingungen zu machen, da diese Meisterschaft auf einem anderen Kontinent veranstaltet wurde und somit eine Trainingseinheit im Vorfeld mit einem unheimlichen Kostenaufwand verbunden gewesen wäre. Jedoch sind wir, so wie auch andere Nationen bei diesem Wettkampf um einiges Schlauer geworden und wir hoffen alle zusammen das die Weltfestspiele im Jahre 2011 und somit auch die Karpfenweltmeisterschaft in Südafrika veranstaltet werden, denn so ein überragender Sieg wie es dem südafrikanischen Team dieses Jahr gelungen ist wird kein zweites Mal vorkommen .... die Revanche ist fällig ;)
Für uns hieß es am Montag dann nur mehr Packen und ab nach Hause ... wir sehen schon einer erfolgreichen nächstjährigen Weltmeisterschaft im Karpfenangeln in Frankreich entgegen!
20.02.2009 Christoph