Letzte Woche fand der 6. Carp Brothers Cup am Palotas To, einem der wohl bekanntesten Großkarpfengewässer in Ungarn statt. Der See weist eine Wasserfläche von ca. 73 Hektar auf und ist von der Bodenstruktur her, abgesehen von der Bucht in welcher sich die alte Baggerstraße befindet, mit einer Badewanne zu vergleichen. Der Untergrund ist bis auf ein paar Ausnahmen mit einer bis zu 30 cm tiefen Schlammschicht bedeckt. Die Uferbeschaffenheit ist von einem kilometerlangen Schilffgürtel umringt, in welchem sich auch die einzelnen Angelplätze befinden.
Peter und ich zählten auch dieses Jahr wieder zu den Fixstartern, da wir uns bei dem letztjährigen Carp Brothers Cup den zweiten Platz erkämpfen konnten. Dieses Jahr gab es jedoch zwei gravierende Veränderungen im Wettkampfreglement. Einerseits wurde der See in drei Sektoren unterteilt, wodurch man unterschiedliche Angelbedingungen etwas ausgleichen wollte. Andererseits wurde ein Limitgewicht von 3 Kilogramm eingeführt, ab welchem die gefangenen Karpfen erst gewertet werden sollten. Peter und ich entschieden uns, nicht allzuviel an unserer letztjährigen Strategie zu ändern, da sie uns etliche kaptiale und auch den schwersten Karpfen dieses Events einbrachte. Bei der Ziehung der Angelplätze zogen wir dieses Jahr die Box Nummer 16. Diese Position erschein uns in erster Linie als Garant für große Fische, da sie sehr zentral und genau gegenüber der einzigen Bucht des Sees lag. Jedoch sollte uns die vorherrschente Wetterlage einen Strich durch unsere Rechnung machen. Durch den langen Winter begannen die Karpfen erst verspätet zu Laichen, wodurch sie sich in Flachwasserzonen des Sees aufhielten und nicht wie im Jahr zuvor im 3 bis 4 Meter tiefen Wasser. Ein gravierendes Problem für Peter und mich, da wir an einer der tiefsten Stellen des Palotas To saßen. An den ersten drei Tagen konnte wir nur einige Karpfen, die knapp die 3 kg Marke überschritten, unmittelbar vor der Schilffkante zum Anbiss überreden. 68 Stück mussten wir sofort wieder nach dem Landen zurücksetzen, da sie gerade mal 2 Kilogramm hatten. Erst am Ende des vierten Tages schwenkte das Wetter um und es kam eine Tiefdruckfront welche die Fische ins tiefere Wasser zog. Diese Situation gab uns die Chance die ersten kapitalen Karpfen sicher zu landen, jedoch lief uns die Zeit davon und somit konnten wir unseren Titel vom Vorjahr nicht verteidigen.

Einer unserer kapitaleren Karpfen in diesem Wettkampf.

Trotz des schwierengen Starts konnten wir (Team Anglerwelt) uns noch den 2. Platz im Sektor A sichern und leider nur den 16. Platz in der Gesamtwertung.

Zwei Faktoren waren für unser diesjähriges Scheitern ausschlaggebend: Einseits die Gewichtslimitierung mit 3 Kilogramm, wodurch wir um knappe 140 kg umfielen und andererseits die missliche Wetterlage. Aber der nächste Carp Brothers Cup kommt bestimmt und dann holen wir uns unseren Titel zurück!


Für alle die es wie immer genauer wissen wollen, hier die Endresultate vom 6. Carp Brothers Cup in Ungarn.
07.05.2010 Christoph